27. Okt. 2023Antiphlogistika steigern Thromboemboliegefahr

Pille plus NSAR vermeiden

Viele Frauen, die mit der Pille verhüten, nutzen gleichzeitig nichtsteroidale Anti­rheumatika. Schon kombinierte Kontrazeptiva allein erhöhen das venöse Thromboembolierisiko. Unklar war bisher, ob die Gefahr durch das Analgetikum noch weiter ansteigt.

hand einer ärztin mit Anti-Baby-Pille
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Eine nationale Kohortenstudie aus Dänemark befasste sich nun mit dieser Frage. Sie berücksichtigte die Daten aller Frauen im fertilen Alter (15–49 Jahre), die in den Jahren 1996 bis 2017 in dem nordeuropäischen Land wohnten. Ausschlusskriterium war eine anamnestisch erhöhte Gefahr, z.B. bei Thrombose oder Malignom. Von den mehr als 2 Mio. Teilnehmerinnen nutzten rund 530 000 gleichzeitig NSAR und hormonelle Kontrazeptiva.

Diclofenac zeigte den stärksten Gerinnungseffekt

Registriert wurden 8710 thromboembolische Ereignisse, ­schreibt das Team um Dr. Amani Meaidi, Rigshospitalet, Universität Kopenhagen. Im Vergleich zu Probandinnen ohne NSAR war der Gebrauch der Antiphlogistika mit einem siebenfach erhöhten Auftreten verbunden (Incidence Rate Ratio, IRR, 7,2). Das Ausmass hing vom Gefahrenpotenzial des Verhütungsmittels ab. Bei einem hohen Risiko erreichte die IRR einen Wert von 11,0, im mittleren Bereich lag sie bei 7,9 und im unteren bei 4,5.

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